Vorwort

1990 - 2020. Folgt man dem Wort von Willy Brandt, dann müsste im Jahr 30 der Deutschen Einheit eigentlich der Blick auf ein zusammengewachsenes Land fallen, und nach Helmut Kohl müssten die Landschaften blühen. Spätestens nach den Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen im Herbst 2019 ist jedoch nicht zu übersehen, dass der Einigungsprozess bei weitem nicht abgeschlossen ist und der demokratische Diskurs und das bürgerschaftliche Engagement weit notwendiger sind als jemals zuvor.
Das weitere Erstarken der AfD und ihres rechtsnationalistischen „Flügels“, ihr Beitrag zur Verrohung der Sprache und die rechtsmotivierten Gewalttaten der letzten Monate fordern ein entschlossenes Eintreten aller Demokraten zur Verteidigung unserer gesellschaftlichen Grundwerte.
Das DEPB wird sich in seinen über 20 Seminarveranstaltungen zur Deutschlandpolitik dieser Verantwortung stellen und den Ost-West-Dialog weiter fördern.
In unserem zweiten großen Themenbereich, der Europapolitik, hat die erhöhte Beteiligung an der Europawahl ein positives Zeichen gesetzt und es wäre wünschenswert gewesen, wenn mit der Idee der Spitzenkandidatur verantwortungsvoller umgegangen worden wäre. Positiv bleibt jedoch zu vermerken, dass die nationalistischen Bewegungen in Europa nicht weiter an Boden gewonnen haben und der unsägliche Brexit-Prozess doch wohl endlich an sein Ende kommt ohne bisher in den 27 verbleibenden Mitgliedsstaaten Nachahmer zu gewinnen.
Den europäischen Gedanken weiter zu fördern und Europa erlebbar zu machen, bleibt auch 2020 unser erklärtes Ziel und wir wollen dem mit über 20 Seminaren an den klassischen Standorten Straßburg, Brüssel, Luxemburg und in den europäischen Grenzregionen nahe kommen.
Noch relativ unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit feiert nicht nur Deutschland 30 Jahre Wiedervereinigung, sondern auch die frühere deutsche Kolonie, die heutige Republik Namibia, blickt auf 30 Jahre Unabhängigkeit zurück. Wir haben dies zum Anlass genommen, uns in zwei Seminarveranstaltungen etwas näher mit Fragen deutscher Kolonialgeschichte und der Entwicklung des noch jungen Staates zu befassen.
Den aufmerksamen Leserinnen und Lesern unseres Jahresprogramms wird nicht entgangen sein, dass es in der Geschäftsstelle des DEPB personelle Wechsel gegeben hat. Mit einem herzlichen Dank für eine jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit haben wir Marita Hilgedieck und Johannes Wahlers in den Ruhestand verabschiedet. Wir begrüßen sehr herzlich in der Nachfolge Anja Rabe und Dr. André Böing und wünschen beiden einen guten Start und viel Erfolg im Bildungswerk.
Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie unseren Vereinsmitgliedern wünschen wir ein friedliches und gutes Jahr 2020 und freuen uns auf zahlreiche Rückmeldungen.

Für das DEPB-Team
Ihr




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